Glücklicherweise fand ich im Frühsommer einige geeignete Models für meine diesjährigen Shootings - sogar mehr, als erwartet. Vor allem Marie ist eine Bereicherung und das letzte Shooting mit Laurie war auch fantastisch.
Im Spätherbst und beginnenden Winter finde ich nur noch Nieten.
Ich habe den Eindruck, dass kaum noch jemand lesen kann. Wenn ich per Annonce Models suche, liefere ich alle wichtigen Infos für die Bewerberinnen, aber jede zweite bewirbt sich, ohne auch nur zu verstehen, dass es um Akt-Shootings geht. Fast keine schafft es, zwei bis drei Bilder zu schicken, was bei einer Model-Bewerbung ja nun wirklich wichtig ist. Etwa die Hälfte der "Bewerberinnen" versucht sogar, den Spieß umzudrehen und bittet mich, sie anzurufen noch bevor ich weiß, wie sie aussehen.
Es fällt mir außerordentlich schwer, ein Model abzulehnen und ich versuche stets, diese Ablehnung möglichst rücksichtsvoll zu formulieren.
Zuletzt hatte ich es mit einer jungen Frau zu tun, die sich die Gesichter zweier Familienmitglieder sehr groß aufs Dekolleté hat tätowieren lassen. Ich habe rein gar nichts gegen Tattoos, aber an dieser Stelle und in dieser großen Form war mir das einfach etwas zu viel des Guten. Obwohl ich Verständnis zeigte und es sachlich zu erklären versuchte, war die Antwort ein wunderschönes "Fuck You".
Andere realisieren nicht einmal, dass ich nur in Berlin fotografiere und nicht Chef einer bundesweit agierenden Model-Agentur bin. Sie bewerben sich aus Hamburg, Idar-Oberstein oder Regensburg...
Liebe potenzielle Models: so wird dat nüscht. Lernt lesen!